Du hast alles verloren. Aber du bist nicht allein.
Tarek, Nata, Ren und der kleine, verwilderte Tuk lernen sich kennen, als sie in den letzten Kriegstagen in die bereits völlig desolate Armee eingezogen werden. Als sie nur mit ein paar Spaten bewaffnet aufs Schlachtfeld ziehen sollen, desertieren sie. Sie alle haben Geheimnisse, über die sie nicht sprechen. Jeder hat Unerträgliches erlebt, tief sitzen Scham und Schrecken. So zusammengeschweißt werden sie einander zur Familie. Bis ein Dilemma ihre Verbundenheit in Frage stellt.
Kann man den Hass auf ein Volk überwinden, mit dem man im Krieg ist? Kann man lieben, wenn man schlimmste Gewalt erlebt hat? Kann man moralisch bleiben in einer zerstörerischen Welt? Diese Fragen verwebt Eva Kranenburg auf einfühlsame Weise zu einer soghaften Geschichte. Sie erzählt ehrlich bis an die Schmerzgrenze, setzt der Brutalität der Nachkriegswelt jedoch immer auch Licht entgegen: Figuren, die sich einem tief ins Herz schreiben – und ihre unerschütterliche Freundschaft zueinander.
Als Rena spurlos verschwindet, macht sich ihre beste Freundin Tilla auf die Suche nach ihr. Doch schnell merkt sie: Nichts von dem, was Rena über sich erzählt hat, ist wahr. Die Verkäuferin, die angeblich Renas Mutter ist, hat gar keine Kinder. Das Haus an der Adresse, die ihre Freundin ihr genannt hat? Eine ausgebombte Ruine.
Je verzweifelter Tilla in ihrer Heimatstadt Halle nach Rena sucht, umso klarer treten die Abgründe der noch jungen DDR hervor. Als sich die brodelnde Unzufriedenheit in der Bevölkerung schließlich im Volksaufstand des 17. Juni entlädt, muss Tilla sich entscheiden, wie weit sie gehen will – für die Wahrheit, für ihre Freundin, und für die Frage, woran sie wirklich glaubt.
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